Wie Druck und Stress abfällt, wenn du dein "Genug" findest
Gehörst du zu den Menschen, die sich gern verunsichern lassen, wenn sie durch Social Media scrollen, sich beiläufig der Werbung im TV aussetzen oder das Plakat an der Bushaltestelle nicht ignorieren können und die Botschaft doch irgendwie in sich aufnehmen oder auch einfach durch das Zuhören oder Beobachten des Lebens der Nachbarn oder anderer Menschen im Status von WhatsApp, das Gefühl nicht loswerden doch noch was am eigenen Leben tun und verändern zu müssen? Irgendwie nicht gut genug, nicht fertig, nicht richtig zu sein. Noch etwas zu brauchen, um vollständig zu sein. Dann nistet sich das Gefühl von Unsicherheit ein, das beginnt sein Unwesen in uns zu treiben, die innere Ruhe zu stören und uns zum Handeln zu bewegen. Dann schauen wir doch noch mal eben, ob dieser Kurs das Richtige für uns ist, unsere Zahnpasta bei nächsten Einkauf dringend durch die neu angepriesene ersetzt werden sollte und beim nächsten Baumarktbesuch brauchen wir noch dringend diese Gartenmöbel, die uns endlich die Ruhe auf dem Balkon ermöglichen, die wir uns doch so sehr wünschen.
Was passiert da und was hat das Alles mit uns zu tun?
Erfahrungsgemäß trifft das oben beschriebe auf einen bestimmten Typ Mensch zu, der folgende Prägung erlebt hat. Bereits als Kind wurde der Fokus stark auf das Außen verlagert werden müssen, also auf die nähere Umgebung, sprich Eltern, Geschwister, Schule, usw. weil das Gefühl der Sicherheit als davon abhängig erlebt wurde. Was bedeutet das konkret? Zum Beispiel spielst du als Kind und bekommst oft etwas zu hören, was dir suggeriert, dass gerade so wie es ist und du es machst oder wie du bist nicht richtig ist - "Sei nicht so laut.", "Geh bitte woanders spielen." ,"So ist es nicht in Ordnung.", "Mach das und so.",usw. Passiert das sehr oft, dann beginnen wir unseren inneren Impulsen und Bewegungen nicht mehr zu vertrauen und sind darauf programmiert, dass mit ihnen stets etwas nicht stimmt und verändert werden muss, damit die Reaktion im Außen (also z.B. Aussage der Mutter, meist gepaart mit einer negativen Emotion) besser ausfällt, uns nicht mehr das Gefühl von "nicht Richtig sein" vermittelt und uns sicherer fühlen lässt. Die Programmierung lautet dann: "So wie ich jetzt gerade bin, bin ich nicht richtig, nicht ausreichend, ich muss etwas anders machen, damit der Andere mit mir zufrieden sein kann und ich der Folge mich sicher fühlen und folglich zur Ruhe kommen kann!" Diese Ruhe ist jedoch trügerisch, weil sie nicht selbst erwählt, sondern auf das Außen, an die Meinungen und Reaktionen von Anderen gekoppelt ist und zu wenig an das eigene Selbst. Letzteres ist nämlich unterentwickelt, weil es im Außen (also meist von Mutter, Vater, etc.) zu wenig gespiegelt wurde und positive Resonanz bekommen hat. Die Spiegelung war also zu oft "Nein, so wie du gerade bist, ist es nicht richtig." Also, hast du gelernt, eine dauernde Unruhe zu empfinden für den jeweiligen Moment, nicht länger zufrieden sein zu können mit dem was gerade und auch noch in einer halben Stunde ist und spürst den Drang es verändern zu müssen. Folglich bist du stark empfänglich für das Überangebot im Außen, den Optimierungswahn und die Verunsicherung, die damit einhergeht.
Wie kommst du da wieder raus?
Setzt dich erstmal einfach mal hin, lass dich in die Kissen sinken und atme tief und kräftig aus. Gib einfach mal alles symbolisch durch den Atem nach außen zurück, sag innerlich "Nein, danke. Möchte ich gerade nicht!" Und vielleicht kommen jetzt die Tränen, die den Damm des jahrelangen Drucks "es irgendwie richtig machen zu müssen" durchbrechen und Raum schaffen für "Jetzt muss nichts hinzugefügt werden, es darf einfach gerade so sein - die Socke die unförmig in der Ecke liegt - die Schuhe, die nicht ordentlich im Schuhregal stehen - die ToDo-Liste, die deine Aufmerksamkeit zieht und dich zum "Tun" auffordert und die verinnerlichten Stimmen in deinem Kopf, die du kaum aushältst, weil sie die ganze Zeit schreien "In 5 Schritten zum Glück - das Angebot gilt nur noch heute.", "Wenn du erfolgreich sein willst - dann verbringe deine Abende so.", "Komm zu mir...kauf das...das ist der einzige Weg...du musst an dir arbeiten...was ist los mit dir...ich kenne den Weg.........!"
Ausatmen....zurückgeben. Loslassen und tief in die Kissen sinken. Ruhen, nichts Tun. "Nein! Ich möchte das jetzt nicht!"
Weine, wenn es kommt und lass es los und deine Couch, der Boden, die Erde hält dich! Und vielleicht ist da noch jemand, der mitmacht und sich dazusetzt und dann tut ihr beide nichts und lasst die Stimmen und die Angebote an euch vorbeiziehen...
Und wenn du das oft übst und immer mehr in dich hineinspürst, dann ist da irgendwo Deine Stimme, Deine Impulse und den hörst du jetzt immer mehr zu und stellst deinen inneren Raum ihnen zur Verfügung, solange bist die Stimme klar und deutlich für dich wird und du ihr wieder vertraust, weil sie dein innerer Kompass ist und die Sicherheit, die früher vom Außen abhängig war, jetzt aus deinem inneren kommt und du von dem Überangebot da draußen ohne übermäßigen Kraftaufwand gesunden Abstand nehmen kannst, weil du im inneren weißt, was du brauchst und was nicht!
Alles Liebe wünsche ich dir und nicht vergessen....tief ausatmen! :-)
