Depression ist eine psychische Erkrankung, die durch anhaltende Traurigkeit, Antriebslosigkeit und Interessensverlust an ehemals erfreulichen Aktivitäten gekennzeichnet ist. Sie geht oft mit körperlichen Symptomen wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Appetitveränderungen und Schmerzen einher. Diese Symptome können sowohl das Privat- als auch das Berufsleben erheblich einschränken.
Zu den wesentlichen Merkmalen zählen depressive Verstimmungen, Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßiger Schuld, sowie eine verminderte Fähigkeit zu denken, zu konzentrieren und Entscheidungen zu treffen. In schweren Fällen können Suizidgedanken auftreten, weshalb frühzeitige Erkennung und Intervention entscheidend sind.
Die Entstehung der Depression ist multifaktoriell: genetische Veranlagung erhöht das Risiko, ebenso wie biochemische Ungleichgewichte im Gehirn, insbesondere bei Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin. Lebensereignisse wie Trauer, chronischer Stress oder Missbrauch können als Auslöser dienen.
Man unterscheidet verschiedene Formen: die Major Depression mit intensiven Episoden, die Dysthymie (anhaltende leichte bis moderate Symptome), die postpartale Depression nach der Geburt und die saisonale affektive Störung (SAD), die mit Jahreszeitenwechseln korreliert.
Für die Diagnosestellung nutzen Ärzte und Psychiater standardisierte Kriterien aus dem DSM-5 oder der ICD-10, die Dauer, Ausprägung und Anzahl der Symptome festlegen. Eine sorgfältige Differentialdiagnose ist nötig, um andere Störungen wie bipolare Erkrankungen auszuschließen.
Das Behandlungsspektrum reicht von Psychotherapie, insbesondere kognitiver Verhaltenstherapie und interpersoneller Therapie, bis hin zu medikamentösen Interventionen mit Antidepressiva. Bei therapieresistenten Verläufen können weiterführende Verfahren wie Elektrokrampftherapie (EKT) oder transkranielle Magnetstimulation (TMS) in Betracht gezogen werden.
Ergänzende Maßnahmen beinhalten regelmäßige körperliche Aktivität, die Steigerung des sozialen Austauschs sowie Entspannungstechniken wie Achtsamkeit und Yoga. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gehirnfunktion und fördert das emotionale Gleichgewicht.
Selbsthilfegruppen und Online-Communities bieten Rückhalt und Erfahrungsaustausch. Krisentelefone und Notfallkontakte sind für akute Suizidgedanken unerlässlich. Frühes Erkennen von Warnsignalen wie sozialem Rückzug oder Schlaflosigkeit ermöglicht rechtzeitige Hilfe.
Die Genesung von einer Depression erfordert Zeit, Geduld und ein tragfähiges Netzwerk aus Fachkräften, Familie und Freunden. Eine individuelle Therapieplanung und kontinuierliche Nachsorge steigern die Chancen auf nachhaltige Besserung und Rückfallprävention.